Kurz vorgestellt: Malene Schröder und HERZ Bestattungen

Unsere Partnerin im Bestattungsbereich im Raum Winsen (Luhe)

Malene und wir, das hat von Anfang an gepasst. Schon beim ersten Treffen hätten wir eigentlich noch stundenlang weiterschnacken können (wie man hier im Norden so schön sagt). Sie entspricht für mich überhaupt nicht dem Bild, das man von einem Bestatter erwartet. Sie trägt farbenfrohe Kleidung, ihre Räumlichkeiten sind lichtdurchflutet und ihr Gesicht strahlt, wenn sie spricht. Dass sie Menschen in ihrer Trauer auffangen und begleiten kann, glaube ich sofort – ja, genau so würde ich mir eine Bestatterin wünschen. Vielleicht, weil sie selbst schon einen harten Weg hinter sich hat, weiß sie, wie wichtig die Freude am Leben ist – und wie sehr der Tod zum Leben dazu gehört.

Malene ist Bestatterin in Winsen an der Luhe, keine 10 Autominuten von uns entfernt. Sie hat ihr Bestattungsunternehmen “HERZ Bestattungen” genannt – und ich finde, es passt perfekt! Denn bei Malene merkt man vom ersten Moment an, dass Sie ihren Beruf mit ganzem Herzen ausübt. Schon bevor wir uns kannten, nahm sie von jedem “ihrer” Verstorbenen Fingerabdrücke als Andenken auf kleinen Kärtchen, das gehört bei ihr einfach zum Service dazu. Deshalb passte es auch ganz wunderbar, dass wir, als wir uns kennen lernten, gerade unsere EWIG-Kollektion mit Fingerabdrücken entwickelt hatten. So kann Malene die Angehörigen auf die wunderschöne Möglichkeit des Erinnerungsschmucks hinweisen, den man sich auch noch viel später anfertigen lassen kann – Hauptsache, die Abdrücke sind genommen worden.

Malene war so lieb, sich etwas Zeit für mich zu nehmen, denn ich wollte ihr gern einige Fragen zu ihrer Arbeit und ihrem Beruf, der eher eine Berufung ist, stellen. Hier ist für Euch unser Interview:

Liebe Malene, Du hast mit Mitte 50 nochmal komplett von vorn angefangen und hast Dich als Bestatterin selbstständig gemacht. Was hat Dich motiviert, diesen Schritt zu gehen?

Ich hatte schon viele Jahre über mein Ehrenamt als Kirchenvorsteherin bei der Grabauswahl auf dem Friedhof mit Trauerfamilien zu tun und habe gespürt, wie besonders das ist und wieviel Freude das macht. In das Berufsbild der Bestatterin bin ich dann als klassische Quereinsteigerin eingetaucht. Dort hat sich das Gefühl manifestiert, dass dieser Beruf etwas ganz Besonderes ist. Um den Dingen, die mir hierbei besonders wichtig sind, noch mehr Zeit widmen zu können, habe ich dann alles auf eine Karte gesetzt und mich selbständig gemacht – mit ganzem Herzen.

Malene und ihr Partner Jörg bei der Einweihung ihrer Räumlichkeiten für HERZ Bestattungen

Was bringt Dir an diesem Job die meiste Befriedigung und was sind für Dich die größten Herausforderungen?

Dieser Job ist gar kein Job im klassischen Sinne, sondern die geniale Verknüpfung von Beruf und Berufung. Wenn ich Menschen in ihrer Trauer liebevoll begleiten darf, sie mit einem erleichterten, manchmal frohen und manchmal auch hinter Tränen versteckten Lächeln aus dem Abschiedsraum kommen, das macht mich froh.

Die größte Herausforderung ist die Begleitung von verwaisten Eltern, aber eben auch ganz besonders.

Ihren britischen Bestattungswagen nennen Malene und Jörg liebevoll “Sir John”

Wir haben Dich als sehr lebensfrohen, strahlenden Menschen kennen gelernt – im ersten Moment würde man in Dir keine Bestatterin erwarten und im zweiten Moment ist es wahrscheinlich genau diese Art, die Dich als Bestatterin und Begleiterin in der ersten Trauerphase so wertvoll macht. Wie blickst Du auf das Thema Tod und Abschied? Was macht für Dich einen „guten“ Abschied“ aus?

Gerade das Thema „Abschied“ ist mir besonders wichtig. Natürlich gehört letztendlich alles, was wir um die Bestattung herum planen, gestalten und organisieren zum Abschied eines geliebten Menschen dazu. Deshalb erfordert das auch besondere Sorgfalt. Für jeden Sterbefall muss man neu herausfinden, was besonders wichtig ist – für den Verstorbenen wie auch für die Angehörigen.

Ich persönlich lege einen Schwerpunkt meiner Arbeit auf den persönlichen Abschied. Zugegeben – manchmal muss man die Angehörigen zu diesem Schritt überzeugen. Aber hinterher wird man belohnt mit einem dankbaren Lächeln und vielen sehr schönen und persönlichen Worten.

Für jeden Sterbefall muss man neu herausfinden, was besonders wichtig ist – für den Verstorbenen wie auch für die Angehörigen.

Malene Schröder

Du hast uns erzählt, dass Du auch mal mit einer Kundin zusammen einen Leichnam präpariert (oder sagt man „balsamiert“?) hast. Das ist wahrscheinlich etwas ungewöhnlich für die Branche – gehst Du bewusst andere Wege als man das von „traditionellen“ Bestattungshäusern erwartet? Was macht „Herz Bestattungen“ besonders?

Das mache ich öfter mal. Gemeinsam mit den Angehörigen (meist ist das dann der Partner) werden die Verstorbenen versorgt, gewaschen, eingecremt und anschließend eingekleidet und eingesargt. Das ist eine ganz besondere Form des persönlichen Abschieds. Dafür nehme ich mir gerne Zeit, weil es auch für mich ganz besonders ist, diese „intime“ Zeit mit den Menschen teilen zu dürfen.

Ich biete die Möglichkeit immer an – auch zu Hause. Wenn jemand zu Hause verstirbt, komme ich auch gerne, um mit den Angehörigen die Versorgung zu machen und den Verstorbenen dann noch bis zu 36 Stunden nach Eintritt des Todes zu Hause zu lassen. So kann unter Umständen die ganze Familie einen Abschied „feiern“.

Malene macht bei ihren Bestattungen fast alles möglich, was die Familien sich wünschen.

Was würdest Du Dir für die Trauerkultur in Deutschland in Zukunft wünschen? Gibt es Dinge, von denen Du sagst, da müsse bei uns etwas verändert werden? (zum Beispiel bei den Möglichkeiten der Bestattung oder beim gesellschaftlichen Umgang mit dem Thema Tod)

Schön wäre es, wenn wir das Thema Tod wieder aus der „Tabu-Zone“ herausholen und zu einem ganz natürlichen Umgang damit zurückkehren könnten. Der Tod gehört nun einmal unweigerlich zu unserem Leben dazu. Auch wenn er ganz am Ende steht, wir können ihn nicht ausgrenzen, egal wie sehr wir das versuchen. Viel einfacher ist es, sich mit ihm vertraut zu machen, ihn vielleicht sogar zum Freund zu machen. Die gilt auch für unsere Kinder. Sie haben uns Erwachsenen da einiges voraus. Sie gehen sehr unbedarft da heran, sie fragen, sie fassen die Verstorbenen an, sie nehmen mit allen Sinnen wahr. Das ist großartig zu beobachten! Eltern meinen oft, ihre Kinder davor schützen zu müssen. Aber am Ende können sie dann viel von ihnen lernen.

Der Tod gehört nun einmal unweigerlich zu unserem Leben dazu. Auch wenn er ganz am Ende steht, wir können ihn nicht ausgrenzen, egal wie sehr wir das versuchen. Viel einfacher ist es, sich mit ihm vertraut zu machen, ihn vielleicht sogar zum Freund zu machen.

Malene Schröder
Malene ist für viele in ihrem Umfeld ein Fels in der Brandung

Zu guter Letzt: welche sind für Dich die drei schönsten Musikstücke für eine Trauerfeier?

Das ist tatsächlich eine schwierige Frage. Ich hatte meine Beerdigung schon mal komplett geplant – auch mit Musik. Aber das habe ich schon mehrfach über den Haufen geworfen. Letztendlich muss die Musik passen – zum Verstorbenen, zu den Angehörigen, … Das kann von klassischer Orgelmusik bis hin zu AC/DC praktisch alles sein. Musik ist genauso verschieden wie die Menschen. Es gilt, den richtigen Weg zu finden.

Liebe Malene, herzlichen Dank für Deine inspirierenden Antworten, wir freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit Dir.

Fingerprint Schmuck Fingerabdruck Kette Herz
Diesen Anhänger haben für eine von “Malene’s” Hinterbliebenen angefertigt

Was ich nicht unerwähnt lassen möchte, weil ich es wirklich schön finde, ist, dass Malene im letzten Jahr bei der Initiative Demenz-Partner der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. eine Weiterbildung zur “Demenzfreundlichen Bestatterin” gemacht hat. Das bedeutet, dass sie besonderes Augenmerk darauf legt, auch demente Hinterbliebene in die Verabschiedung einzubeziehen, auch wenn das manchmal gewisse Herausforderungen mit sich bringen kann. Ich glaube, dass das eine sehr wichtige Aufgabe ist und eine sehr respektvolle Herangehensweise an das Leben, das Alter und auch den Tod.

Alles Liebe,

Eure Katja

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