Große Katzenliebe und eine Überraschung

Zwei ausgefallene Schmuckstücke und die Geschichte dahinter

Wenn es eine Sache gibt, die mir an unserer Arbeit ganz besonderen Spaß bereitet, dann ist es zu erfahren, welche Geschichten hinter unseren Schmuckstücken stehen. Bei den meisten Stücken kenne ich sie nicht, aber ab und an gibt es mal einen Kunden oder eine Kundin, die uns ein Bild schickt oder ein paar Zeilen schreibt, die über die reine Bestellkommunikation hinausgehen. Dann ist meine Neugier geweckt und hier und da frage ich dann auch nochmal vorsichtig nach.

So wie bei Rebekka, mit der wir jetzt schon das zweite Mal das Vergnügen hatten und die bei beiden Malen etwas Ausgefallenes gesucht hat. Das erste Mal ist schon etwas länger her, nämlich schon 2016, und es war ihr Kater Lucky, dessen Pfote wir in einem Goldanhänger festhalten durften.

Lucky, ein Europäisch Kurzhaar, war ein außergewöhnlicher Kater, zu dem Rebekka eine sehr starke Bindung hatte – schließlich war er schon bei ihr gewesen, als er noch ganz klein war. Umso schlimmer war es dann auch, als sich Lucky’s Gesundheitszustand innerhalb kürzester Zeit verschlechterte: chronisches Nierenversagen lautete die Diagnose – der Arzt gab Rebekka eine Woche Zeit!

Sich mit dem Gedanken daran zu befassen, dass möglicherweise der schlimmste Fall eintreten könnte, war sehr hart, und so begann Rebekka nach einer Möglichkeit zu suchen, ein besonderes Andenken an ihren Lucky zu schaffen. Im Internet fand sie FOYA und nahm direkt Kontakt mit uns auf. Für uns ist es ganz selbstverständlich, dass wir in solchen Situationen so schnell wie möglich die Abdruckmasse bereitstellen – um Details zu klären, ist später immer noch Zeit, erstmal muss der Abdruck genommen werden, solange es noch möglich ist. Einen Tag, bevor Lucky sie verlassen musste, kam das Päckchen an und Rebekka konnte noch einen wunderschönen Pfotenabdruck von ihm nehmen.

Sie entschied sich anschließend für einen Kettenanhänger aus 585er Gelbgold mit 18 mm Durchmesser und einer Namensgravur neben dem Abdruck in ihrer eigenen Handschrift. Dieses Schmuckstück ist seitdem ihr täglicher Begleiter, der sie an ihren geliebten Kater erinnert.

Vor einigen Wochen nun sprach mich Rebekka an, ob wir Lucky’s Abdruck noch im Archiv hätten – sie wollte den Abdruck von damals mit zwei weiteren Pfotenabdrücken kombinieren. Diese neuen Abdrücke sollten von Sidney und Sammy sein, ihren beiden Ragdoll-Katern (übrigens eine wunderschöne Rasse, ich bin selbst ganz verliebt). Die beiden sind etwas über ein Jahr alt und für Rebekka und ihren Mann vollwertige Familienmitglieder mit allem Wenn und Aber. Über die beiden hat sie mir erzählt:

„Sammy, der Ältere (also genauer gesagt: 4 Tage älter), ist ein absolut verschmuster Kater, so etwas habe ich auch noch nicht erlebt, das fordert er auch jeden Morgen ein. Und auch sonst liegt er gerne total entspannt da und genießt jede Nähe. Das liegt aber garantiert auch an dieser außergewöhnlichen Rasse. Sie sind einfach nicht wie andere Katzenrassen. Nicht ohne Grund heißt es bei den Züchtern: “Ragdolls machen süchtig” 🙂 Er ist gerne der “Chef”, aber, wenn ihm etwas unheimlich vorkommt, auch gerne mal ganz zurückhaltend.
Sidney (der Jüngere :-)) ist eher ein kleiner Beobachter, er sitzt jede freie Minute am offenen Fenster und genießt die vielen Eindrücke. Ein wunderbarer Kater, der gerne, zwar etwas zurückhaltender als Sammy, seine Streicheleinheiten genießt.“

Die beiden bei der Züchterin abzuholen, nachdem sie lange gewartet hatte, war für Rebekka ein unvergesslicher Moment. Aber der erste Schock ließ nicht lange auf sich warten: zu Ostern in diesem Jahr hatte Sidney ein kleines Teil seiner Transportbox verschluckt, das operativ aus dem Darm entfernt werden musste. Wie schnell das gehen kann und wie verletzlich unsere Lieblinge sind, daran möchte wohl keiner erinnert werden – zum Glück geht es Sidney wieder gut, er scheint jetzt noch ein wenig anhänglicher als zuvor. Und Rebekka hat noch mehr als ohnehin schon ein Auge auf die beiden.

Vielleicht war es dieses Erlebnis, das bei Rebekka den Gedanken an ein weiteres Schmuckstück reifen ließ. Diesmal sollte es ein großer ovaler Schlüsselanhänger sein, auf dem neben Lucky’s Pfotenabdruck auch die von Sidney und Sammy festgehalten werden sollten. Ich habe sie gefragt, wie die beiden das Nehmen der Abdrücke fanden, und sie sagte mir: „Das Nehmen der Abdrücke ist an sich schon eine einfache Angelegenheit. Natürlich kommt es aber auch auf das Tier an und auf die Ansprüche, die man hat, wie der Abdruck ungefähr aussehen soll. Bei Lucky ist er, zum Beispiel, klarer als bei Sammy und Sidney geworden. Liegt auch ein wenig daran, wie sehr man selber die Pfote nachdrücken muss oder nicht. Ragdolls haben eine geringere Körperspannung und kleine Fellpuschel zwischen den Pfoten, das hat es ein wenig schwieriger gemacht, bzw. die Abdrücke haben nicht so eine klare Abgrenzung wie zum Beispiel bei Lucky. Aber das ist eben Individualität.“

Außerdem wollte Rebekka wieder die Namensgravuren in ihrer eigenen Handschrift und zusätzlich hatte sie sich für die Rückseite ganz besondere Gedanken gemacht, denn der Schlüsselanhänger sollte ein Geschenk für ihren Mann sein. Da das ovale Family-Tag richtig viel Platz bietet, sollte es der Schriftzug „Alles Liebe“ in unserer FOYA Markenschrift sein (ausnahmsweise 😉 …), ein Sternbild mit drei Sternchen und ganz vielen Kringeln (Anmerkung von mir: einzelne Punkte sind beim Gravieren sonst zu winzig, deshalb sind es Kringel geworden), und darunter noch in römischen Buchstaben die Zahl 2018. Daran haben wir gemeinsam eine ganze Weile getüftelt, bis es richtig gut aussah – zum Beispiel mussten wir bei X und V die ausladenden Bögen entfernen, da es sonst komisch ausgesehen hätte. Und so sah die finale Skizze dann aus:

Daran haben wir uns bei der Fertigung des Schmuckstücks sehr eng orientiert, auch wenn die tatsächlichen Abdrücke und die Schriftproben noch ein wenig anders aussahen als auf der Skizze, aber von der Ausrichtung her haben wir alles so genau wie möglich übernommen. So kam schließlich ein sehr individuelles Stück heraus:

„Ich liebe Dinge, die individuell und einzigartig und nicht von der “Stange” sind. Handarbeit von Menschen, deren Begeisterung und Liebe zu dem, was sie tun, zu so schönen Erinnerungsstücken werden lassen. Einmalig. Deswegen auch die eigene Handschrift, und auch die kleinen Details, wie zum Beispiel das Sternen-Bild wie bei meiner aktuellen zweiten Anfertigung des Schlüsselanhängers zum Geburtstag meines Mannes. Es macht ganz einfach auch Spaß, das eigene Schmuckstück zu entwerfen und die einzelnen Elemente so anzuordnen, bis alles passt, so wie man es sich vorstellt. (Das kann auch schon mal Stunden und Tage in Anspruch nehmen.)
Denn was schenkt man zum runden Geburtstag? Was bleibt? Wovon hat er ewig oder immer etwas? Da kam eigentlich nur eins in Frage: ein Schmuckstück von FOYA!“

„Der Schlüsselanhänger kam sehr gut an, mein Mann hat sich absolut darüber gefreut 🙂 🙂 🙂 und meinte so “Er sei viel zu schade um Ihn zu benutzen, aber nur, damit er lange so aussieht, wie er ist.” Mit der Überraschung hätte er auch nie gerechnet.“

Bei Überraschungen zu helfen macht uns auch immer einen großen Spaß – schließlich gibt es kaum ein schöneres Gefühl als ein Geschenk zu überreichen, über das man sich so richtig viele Gedanken gemacht hat und mit dem der oder diejenige überhaupt nicht rechnet – großartig!

„Natürlich haben die Schmuckstücke schon ihren Preis, aber diese Chance hätte ich nie wieder bekommen, so eine schöne Erinnerung machen lassen zu können. Über diese Entscheidung bin ich bis heute absolut glücklich. Auch dass man seine Ideen und Vorstellungen so einbringen und absprechen kann, ohne direkten Kontakt zu haben.“ Rebekka war auf jeden Fall zufrieden mit unserer Arbeit, das ist für uns immer das schönste Kompliment … jetzt haben wir nur noch ein kleines Problem: ich muss jetzt dringend zwei Ragdoll-Katzen haben!! 😀 Also wenn jemand von Euch ein Mittel gegen Katzenallergie kennt, bitte immer her damit!

Liebe Grüße,
Eure Katja

PS: Übrigens hat Lucky ein wunderschönes Plätzchen für seine letzte Ruhe gefunden: auf einem kleinen Tierfriedhof, ganz ruhig und wunderschön gelegen. Eigentlich ist er anonym begraben, aber Rebekka und ihr Mann haben ihm eine kleine wilde Blumeninsel angepflanzt und besuchen diese Stelle regelmäßig immer wieder. Es sind solche kleinen Gesten, so finde ich, die unserem Leben und der Verbindung zu anderen Menschen und Tieren auf besondere Weise Ausdruck verleihen und die die Bedeutung solcher Verbindungen, dieser Liebe, die wir in uns tragen, deutlich machen – und das macht unser Leben reich und lebenswert. Danke, liebe Rebekka, dass Du Deine Geschichte mit uns geteilt hast.

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