Bloggen für die Seele

 
Puh! 4 Wochen geballtes Lernen liegen hinter mir – wie schon in meinem letzten Beitrag erwähnt, habe ich nämlich einen Online-Kurs bei Holly Becker’s Decor8 gemacht: “Blogging Your Way”. Vielleicht ist dem einen oder anderen aufgefallen, dass unsere Seite sich in den letzten Wochen etwas verändert hat? Das lag an genau diesem Kurs! Es ging um alles, was ein Blog ausmacht: von der Frage “Wer bin ich und was mache ich hier eigentlich?” über das Verfassen von Texten bis hin zu Fotografie und Sozialen Medien. Das war eine spannende Reise für mich und hat viel Spaß gemacht – aber es hat natürlich auch eine ziemliche Gedankenlawine bei mir ausgelöst. Dabei geholfen, das alles wieder zu sortieren, hat mir meine Partnerin, mit der ich mich im Laufe dieses Kurses zusammengefunden habe: Tina, die eigentlich aus Braunschweig kommt, aber nun schon seit einiger Zeit in den USA lebt. Und weil uns das gemeinsame Arbeiten so viel Spaß gemacht hat, haben wir uns überlegt, dass wir uns – dem Anlass entsprechend – mal auf unseren jeweiligen Blogs vorstellen könnten. Ich habe ihr eine ganze Menge Fragen gestellt und hoffe, Sie finden Tina’s Geschichte genauso spannend wie ich 🙂

Liebe Tina, Du bist nun schon seit 3 Jahren in den USA – erzähl doch mal, wie kam es, dass Ihr dorthin umgezogen seid? Fühlst Du Dich wohl dort? Und wie geht es Dir bei dem Gedanken daran, wieder nach Deutschland zurückzukehren? Gibt es etwas aus Deutschland, das Du in den USA besonders vermisst? Wie hältst Du Kontakt zu Deiner Familie? Gibt es bestimmte Erinnerungsstücke, die Du Dir aus Deutschland mitgebracht hast? Und andersherum: was wirst Du auf jeden Fall aus den USA mit nach Deutschland nehmen?

TB_profilLiebe Katja, danke dass ich auf Deinem Blog ein bisschen was über mich, mein Leben und mein neues Blog-Projekt erzählen kann.

Wir wohnen jetzt schon seit knapp 3 Jahren in Tennessee und haben das meinem Mann zu verdanken, der von seinem Arbeitgeber hierher geschickt wurde. Für uns ist damals ein Traum in Erfüllung gegangen, denn wir wollten schon immer für ein paar Jahre im Ausland leben. Wir fühlen uns hier sehr wohl und vermissen Deutschland gar nicht so sehr, sondern genießen die fast schon tropischen Temperaturen, die Freundlichkeit der Südstaatler und die Freiheiten unseres Alltagsleben. Natürlich gibt es auch mal Momente, in denen ich wehmütig werde und gerne näher an allem dran wäre. Vor Kurzem hat zum Beispiel eine sehr gute Freundin relativ kurzfristig geheiratet, aber ich konnte leider nicht mit dabei sein. Und meine Mama kann ich auch nicht einfach übers Wochenende einfliegen lassen, wenn bei uns Zuhause alles drunter und drüber geht.

Kontakt zur meiner Familie und meinen Freunden halte ich über einen privaten Blog, der in letzter Zeit aber mehr zu unserem persönlichen Tagebuch geworden ist, denn ein Austausch mit den Lesern findet dort leider nicht (mehr) so wirklich statt. Bis zur Geburt meines zweiten Kindes habe ich regelmäßig geskyped, aber das ist in letzter Zeit weniger geworden. Mit zwei Kindern und der Zeitverschiebung ist es sehr schwierig, einen passenden Zeitpunkt für ein Telefonat zu finden. Deshalb nutze ich jetzt vermehrt WhatsApp – mittlerweile hat ja auch in Deutschland fast jeder ein Smartphone, so dass es mit der Kommunikation einfacher geworden ist.

Was vermisse ich hier? Alltägliches zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen zu können. Hier muss man überall mit dem Auto hinfahren. Beim Bäcker Brot, Brötchen und Kuchen kaufen zu können. Bäckereien gibt’s hier nicht so wirklich und für ein ordentliches Brot muss ich eine halbe Stunden fahren. Spontan fallen mir noch die täglichen Nachrichten im Fernsehen, das deutsches Bier, Blumenläden und Lakritze ein.

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Ob ich aus Deutschland bestimmte Erinnerungsstücke mitgenommen habe, kann ich gar nicht so genau sagen. Wir haben unser ganzes Hab und Gut hierher verschifft, aber da ist nichts ‚typisch deutsches’ dabei. Wenn ich auf Deutschland-Besuch bin, verfalle ich immer in einen totalen Klamotten-Kaufrausch und werde dann hier auch oft auf einzelne Stücke angesprochen, vor allem Halstücher und Schuhe.

Wenn es zurück nach Deutschland geht, würde ich am Liebsten unseren riesengroßen Kühlschrank mitnehmen. Und den Platz, den man hier überall hat: in Haus und Garten, auf der Straße, beim Parken, in den Supermärkten, beim Schlange stehen (Amerikaner halten nämlich einen größeren „Sicherheitsabstand“ zu ihrem Vordermann). Aber an unsere Rückkehr nach Deutschland denke ich momentan noch nicht so wirklich bzw. nur in Verbindung mit meinem Blog, auf dem dieses Thema ja eine wichtige Rolle spielt.

Du hast zwei kleine Kinder – wie empfindest Du als Mama den Gedanken, mit ihnen irgendwann (wann eigentlich genau, weißt Du das schon?) die USA, in denen Dein Sohn ja sogar geboren ist, zu verlassen? Und wie bereitest Du Dich darauf vor?

Meine Kinder wissen, dass Deutschland unsere Heimat ist und dass wir in ein paar Jahre dorthin zurückgehen werden („wenn der Papa mit seiner Arbeit hier fertig ist“). Deutschland spielt in unserem Alltag eine große Rolle: zuhause sprechen wir ausschließlich deutsch, wir haben hier viele deutsche Freunde, lesen deutsche Bücher, essen Griesbrei, Spätzle und Vollkornbrot. Und alle 1,5 Jahre sind wir für mehrere Wochen in der Heimat. Hilfreich ist sicherlich auch, dass wir regelmäßig Freunde in Richtung Deutschland verabschieden, so dass unseren Kindern (und uns) bewusst ist, dass wir nicht für immer hier sein werden. Und das ist auch gut so, denn Deutschland ist und bleibt unsere Heimat.

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Hast Du von Deinen Kindern besondere Erinnerungsstücke, die Du aufbewahrst? Ist es in den USA üblich, nach der Geburt Fußabdrücke zu nehmen (so wie in den meisten deutschen Krankenhäusern)? Wie hältst Du für Dich Momente und Erinnerungen mit Deiner Familie fest?

Beide Kinder haben jeweils eine persönliche Kiste, in der ich zum Beispiel den ersten Hand- und Fußabdruck, die ersten Schuhe, das Lieblings-Shirt, die liebste Schnullerkette usw. aufbewahre. Außerdem habe ich immer meine Kamera dabei und hoffe, dass sich die vielen Fotos irgendwann in einem Fotobuch wiederfinden werden. Fußabdrücke werden hier nach der Geburt auch gemacht. Überhaupt sind die Hände und Füße meiner Kinder sehr gut dokumentiert, da im Kindergarten regelmäßig mit Abdrücken gebastelt wird, gerade erst wieder zum Muttertag (wenn Du magst, kann ich Dir das als Foto schicken!)

Nun hast Du ja auch angefangen zu bloggen – was ist das für ein Blog und wie bist Du überhaupt auf die Idee dazu gekommen? Wen möchtest Du mit Deinem Blog ansprechen? Und was bedeutet Dir dieses Blog selbst?

Ich blogge erst seit Kurzem auf tinabusch.com und erzähle von meinem Leben im Ausland. Dort kann man Anekdoten aus meinem Alltag, Einblicke in deutsch-amerikanische Unterschiede und Gespräche mit anderen Frauen, die ihren Mann ins Ausland begleiten, finden.

Ganz besonders liegt mir dabei das Thema „Rückkehr nach Deutschland“ am Herzen. Irgendwann gehen nämlich die meisten Expats wieder zurück (auch ich!) und ich habe festgestellt, dass alle Expat-Frauen sich ähnliche Gedanken machen, sobald der Termin für den Rückflug feststeht: was mache ich beruflich, wenn wir wieder in Deutschland sind? Wie bekomme ich Familie und Beruf unter einen Hut? Lassen mich meine alten Freunde wieder Teil ihres Lebens werden? Will ich das überhaupt? Mein Plan ist, die Rückkehrer regelmäßig zu interviewen und auf meinem Blog die verschiedensten Antworten auf diese Fragen aufzuzeigen. Ich möchte außerdem zeigen, wie man den Auslandsaufenthalt positiv für seine eigene Karriere nutzen kann. Der Blog richtet sich also an aktuelle und zukünftige Expat-Partner, aber natürlich auch an alle Frauen, die nach einer längeren Unterbrechung auf der Suche nach Inspiration für ihren eigenen Berufsweg sind.
Für mich ist dieser Blog natürlich Inspiration für meine eigene Rückkehr und gleichzeitig eine gute Möglichkeit, mich als „Expertin“ für das Thema „Rückkehr nach Deutschland“ zu etablieren. Mal gucken, wo die Reise hingeht!

TB_screenshot

Liebe Tina, das war wirklich interessant! Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, mir ein bisschen von Dir zu erzählen – alles Liebe für Dich und Deine Familie!

Na, haben Sie Lust bekommen, bei Tina mal reinzuschauen? Ihr Blog finden Sie unter www.tinabusch.com. Viel Spaß beim Lesen!

♥ Liebe Grüße, Katja

 


3 replies on “Bloggen für die Seele

  • Alexandra

    Super Idee, den Kurs jetzt quasi fortzusetzen und weiter zusammen zu arbeiten! BIn gespannt, was Ihr beiden noch so daraus macht.
    Liebe Grüße aus HansensGasse ( + dem virtuellen Klassenzimmer)
    Alexandra

    Antworten
  • tina

    Liebe Katja,
    vielen Dank für die tolle “Einbettung” meines Interviews. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, mit Dir zusammenzuarbeiten und ich hoffe sehr, dass wir weiterhin in Kontakt bleiben, nicht nur über Social Media ;-)!
    Lieben Gruß, Tina

    Antworten
    • Katja

      Liebe Tina,
      ich habe zu danken! 😉 Hat mir richtig Spaß gemacht, mit Dir in Holly’s Kurs zusammen zu arbeiten. Lass uns auf jeden Fall Kontakt halten und vielleicht treffen wir uns ja im Herbst beim nächsten Kurs wieder – würde mich freuen! Bis dahin schau ich mit Sicherheit regelmäßig bei Dir rein, was es Neues gibt.
      GLG Katja

      Antworten

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